18 Juni 2017

Nachdem ich seit bestimmt drei Jahren keine Fondanttorte mehr gemacht hatte, kam mein Sohn dieses Jahr auf die Idee, sich eine Motivtorte zum Geburtstag zu wünschen. Früher mochte er den Fondant gar nicht gern und wollte irgendwann einfach "einen stinknormalen Kuchen" - Backblogger-Kinder eben... Dieses Jahr allerdings hatte er sehr konkrete Vorstellungen: "so silber und da sollen Schrauben drinstecken und oben drauf ist mein Name eingebrannt..."
Diesen Wunsch konnte ich ihm nicht abschlagen:

metallic

Darunter verbirgt sich ein heller Biskuit mit einer Joghurt-Sahne-Mascarpone-Creme mit Tonkabohne und frischer Mango - auch das hat sich der beste Sohn von allen so gewünscht! :-)

Männertorte

Ihr habt hier die Sneak Peek - die Torte wird erst heute Nachmittag angeschnitten! Bei Instagram und Facebook werde ich aber sicher auch ein Bild vom Anschnitt posten!

screws metal

Wenn Ihr wissen wollt, wie man so eine Motivtorte macht, dann klickt Euch hier durch:


Ich war tatsächlich ein bisschen nervös vor dem Projekt, weil mir mittlerweile einfach die Übung fehlt, mit dem Ergebnis aber war ich im Großen und Ganzen zufrieden und bin gespannt wie es dem Geburtstagskind gefällt!
Was sagt Ihr dazu?

Eure Christina

11 Juni 2017

Es gibt nicht viele Lebensmittel, die so polarisieren wie Lakritz. Bis vor ein paar Wochen hätte ich freiwillig kein Lakritz zu mir genommen. Als Kind war die einzige Tüte, die im Süßigkeitenschrank unberührt blieb, Haribo Colorado, denn die mochte nur mein Vater. Selbst die vermeintlich unschuldigen Gummibärchen in Haribo Colorado schmeckten immer ein bisschen nach Lakritz, brrrrr! Als ich dann vor ein paar Wochen durch die Markthalle in Stuttgart schlenderte, bot mir eine sympathische Dame Lakritz an, zum Probieren. Trotz der wirklich hübschen Verpackung lehnte ich dankend, aber freundlich den Kopf schüttelnd ab. Sie, mit einer guten Portion Geschäftssinn gesegnet und von ihrem Produkt überzeugt, bot mir eine andere Sorte an: "ich habe auch Lakritz in weißer Schokolade, mit schwarzer Johannisbeere!" Nun, jetzt wurde es interessant... Ich probierte eine dieser vielversprechenden Kugeln - Versuchungen sind schließlich dazu da, ihnen nachzugehen - und war sofort in LOVE - so hieß die Sorte passenderweise!
An dieser Stelle sei eine Warnung ausgesprochen! Das Zeug macht süchtig! In der Büroschublade stehen mindestens 6 verschiedene Sorten Lakrids und ich habe schon einige Kollegen bekehrt... Für Euch habe ich Cookies daraus gebacken:


Chewy Chocolate Chip Cookies with blueberries and liquorice

Zutaten für den Teig:
225g Butter
175g brauner Zucker
170g (halbe Dose) gezuckerte Kondensmilch
350g Mehl
1/2 TL Backpulver
Msp. Natron

Zutaten für das Topping:
100g Schokotröpfchen, zartbitter
100g getrocknete Blaubeeren
2,5 TL grobes Lakritzpulver
1 Tonkabohne

Zubereitung:
Weiche Butter mit Zucker, Kondensmilch, Mehl, Backpulver und Natron rasch zu einem homogenen Teig verkneten. Blaubeeren grob hacken, Tonkabohne reiben und mit den Schokotröpfchen und dem Lakritzpulver vermischen. Mit einem Teelöffel Teig abstechen und zu Kugeln formen, etwas flach drücken und großzügig mit Topping belegen, etwas andrücken. Auf diese Weise zwei Bleche bestücken und nacheinander bei 180°C Ober-/ Unterhitze etwa 12min backen, beim Auskühlen werden sie fest.


Wenn Ihr keine Tonkabohne zur Hand habt, lasst sie weg, das ist nicht dramatisch, aber gebt dem Lakritzpulver eine Chance! :-)
Der aufmerksame Leser hat es sicher bemerkt, diese Cookies gab es schon zweimal auf dem Blog, einmal mit Macadamia und Karamell und einmal mit Pistazien und Cranbeeries, beide mit weißer Schokolade. Ich mache Cookies weiterhin regelmäßig und sie kommen immer und überall sehr gut an, egal mit welchem Topping.


Jetzt bin ich neugierig: wie steht Ihr zu Lakritz? Liebhaber oder Endgegner? Könnt Ihr Euch vorstellen Euch überzeugen zu lassen? Katharina von Wienerbroed hatte um Ostern herum auch mal über Lakritz geschrieben und besonders gefallen hat mir der Satz "Und ich bin mir sicher, damit wird jemand, der eigentlich kein Lakritz mag, überzeugt." - genau so war das bei mir! :-)

Eure Christina

05 Juni 2017

Ich war schon dabei den nächsten Post zu schreiben, Euch wieder irgendwelche Details zu meiner Persönlichkeit lesen zu lassen, da merkte ich, wie mir das irgendwie widerstrebte. Momentan beschäftigt mich nämlich eigentlich ein ganz anderes Thema: je mehr Mühe ich mir für meinen Blog, die Fotos, die Artikel gebe, desto weniger Resonanz bekomme ich. Hier also eine kleine gedankliche Auseinandersetzung damit:

1. Schreibe ich für die Resonanz?
Aus meiner Sicht lügen Blogger, wenn sie diese Frage verneinen. Sie bräuchten keine Kommentarfunktion, keine sozialen Medien und keinen "Blogcharakter", wenn es nicht um Resonanz ginge. Natürlich schreibe ich in erster Linie für mich, weil ich gern ausprobiere und fotografiere und so ein kleines Rezept-Tagebuch mit meiner persönlichen Entwicklung festhalten kann, aber ich bin natürlich immer gespannt darauf, ob jemand das Rezept nachgebacken hat, ob die Fotos jemandem gefallen oder auch nicht und warum, ob jemand die schräge Macke, von der ich schreibe vielleicht auch hat. Ein Blog und seine sozialen Kanäle leben von Interaktion.

2. Ist das wirklich so? Mehr Mühe = weniger Resonanz?
Ich würde sagen: bei mir ja. Wenn ich alte Posts ansehe und mich etwas für die überblitzten Fotos aus komischer Perspektive schäme, dazu ein Rezept, das von Chefkoch.de übernommen ist und dann sehe, wie begeistert darunter kommentiert wurde, frage ich mich schon warum das so ist. Diese Diskussion habe ich auf dem Foodbloggercamp in Reutlingen schon mal geführt und andere Blogger konnten das bestätigen. Liegt es daran, dass perfekte Bloggerfotos gar nicht mehr gewünscht sind? Kommen Bedenken auf, dass es bei einem selbst nicht so aussehen würde? Wird man als Blogger unglaubwürdig, weil die Szenerie gestellt ist? Geht es mehr um Regelmäßigkeit beim Bloggen und weniger um Perfektion?

3. Welche äußeren (von mir unabhängigen) Faktoren haben sich in den letzten 5 Jahren verändert?
Seit ich angefangen habe zu bloggen sind etliche Blogs dazugekommen. Einige meiner früheren Leser sind heute sehr erfolgreiche Blogger. Die Dichte und damit die Zahl an Einflüssen für den Leser ist deutlich gestiegen und es ist schwieriger geworden die Leser zu erreichen, so hat Facebook z.B. früher die persönliche Timeline noch nicht so beschnitten. Es ist schwieriger geworden als Blogger mit einer Innovation um die Ecke zu kommen und als Leser aus den vielen ähnlichen Blogs seine Favoriten zu wählen. Unter allen Blogposts, die man  - seien wir ehrlich - maximal überfliegt dann auch noch zu kommentieren, ist utopisch. Was macht dann den Unterschied? Was bewegt Dich dazu, doch zu kommentieren?

4. und jetzt? Wie soll es weitergehen?
Ich möchte wirklich gern mit Euch darüber diskutieren, Blogger oder Leser, Eure Meinung interessiert mich brennend. Vielleicht habt Ihr Antworten auf meine Fragen! Vielleicht habt Ihr auch neue, ergänzende Fragen?! Vielleicht habe ich noch nicht alle Facetten beleuchtet?! Nach meiner einjährigen Blogpause weiß ich jedenfalls sicher, dass ich das Bloggen so schnell nicht aufgebe :-)

Eure Christina